Januar 2018

17. Oktober 2017

Sa. 13.01.2018: Thomas Siffling FLOW – Electronic Jazz Sounds

 

Siffling_FLOWThomas Siffling – trumpet, Heiko Duffner – guitar, electronics, Konrad Hinsken – piano, fender rhodes, Dirk Blümlein – bass, Christian Huber – drums, electronics.

Nach Siegbert A. Warwitz ist das „Urbild des Menschen im Flow […] das spielende Kind, das sich im glückseligen Zustand des Bei-sich-Seins befindet“. Weiter gefasst entspricht dies einem Zustand der völligen aber auch mühelosen Konzentration. Vor allem Musiker kennen dieses Flow-Gefühl, ein tiefes Eintauchen, gar Hineinfallen in die eigene Kunst, den Rhythmus und die Klangwelt. Es entstehen Energie, Ekstase und eine neue musikalische Ebene der Wahrnehmung und Verarbeitung. Dies geschieht weder auf eine anstrengende noch bedrückende Art und Weise, es geschieht spielerisch, in einem Fluss, als ob es natürlicher nicht sein könnte. Der Künstler spielt und nähert sich somit im absoluten bzw. sogar kindlichen Ursprung an das Menschsein. Auch Thomas Siffling ist sich über den Zustand des Flows vollkommen bewusst. Der Trompeter aus Mannheim weiß sich beim Musizieren mit Leichtigkeit in diesen tranceähnlichen Zustand zu versetzen. Er schließt die Augen, alles um ihn herum versinkt in Stille und seine ganz eigene und völlig offene Reise in die Welt der Musik beginnt. Der Geist, das Instrument, die Melodie und der Ausdruck zerfließen ineinander während der Flow einsetzt. 

Der Mannheimer Trompeter Thomas Siffling ist schon lange bekannt für seinen progressiven Einsatz elektronischer Erweiterungen im Jazz. Seit Jahren gehört er zu den Vor- und Wegbereitern der jungen, europäischen Jazzszene und machte sich einen Namen bei unzähligen Auftritten und Tourneen auf der ganzen Welt. Nach 15 erfolgreichen Trio-Jahren erfindet Siffling sich nun in seinem Flow Quintett neu und überzeugt dabei mit musikalischer Raffinesse und Eleganz die seines Gleichen sucht.

Eine Mischung aus norwegischen Spähern eines Bugge Wesseltoft, kompatiblen Groove-Elementen ala Medeski Martin Wood und einer reinkarnierten, trompeterischen Tradition eines Miles Davis in dessen besten Jahren. Nachvollziehbare Sounds die viel zu entdecken bieten und treibende Grooves die keine Füße still stehen lassen. Gepaart mit wohlklingenden Melodien bietet Flow sowohl eine Jazz-Kredibilität als auch eine generelle Massenkompatibilität..

Hörbeispiele: https://www.thomassiffling.com/video

Ticketreservierung: jazz@bingerbuehne.de, Beginn 20:30 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr; Eintritt 14,-€, ermäßigt 12,-€, unter 27 7,- €

 


 

Fr. 19.01.2018: Anne Frank – eine Theaterperformance mit Figuren, Objekten, Projektionen und Musik

fliegendes Theater Berlin, Anne Frank - verstecktes Leben A, Binger Bühne, BdP, 19.1.18

Anne Frank und ihre Familie lebten zwischen 1942 und ’44 versteckt vor den Nazis in einem Hinterhaus in Amsterdam. Über diese Zeit schrieb sie alles in ihr Tagebuch. So hat ihre Stimme den Krieg überlebt. Im September 1942 schreibt sie:

“Gleich am ersten Tag haben wir Vorhänge genäht. Mit Reißnägeln wurden damit die Fenster zugehängt, um vor Ablauf unserer Untertauchzeit nie mehr herunterzukommen. Wir müssen sehr leise gehen und sprechen, denn im Haus dürfen sie uns nicht hören. Wir müssen hier sitzen, bis der Krieg vorbei ist. Besuch können wir nur von unseren Helfern bekommen. Jedes Auto, das anhält und nicht vorbeifährt weckt in uns die Angst , abgeholt und erschossen zu werden.”
In einer außergewöhnlichen Theaterperformance wird die Geschichte dieses lebensbedrohlichen, extrem eingeschränkten Daseins erzählt. Mit Objekttheater, Schauspiel, Videoprojektionen und Livemusik schaffen wir assoziative Bilder zu Texten aus Annes Tagebuch, sowie Texten von Rudolf Höß, dem Leiter des KZ Auschwitz u.a. Wir stellen die Frage, wie es sich wohl anfühlen muss, jahrelang versteckt und in Angst zu leben. Und wir stellen die Frage nach den Tätern; danach, wozu ein Mensch fähig ist in außergewöhnlichen Zeiten, und welche Bedingungen es dafür braucht. Wir zeigen mit dem Stück, wie sich die zunehmende Einschränkung des Lebensraumes – bis hin zur Vernichtung, am Einzelschicksal vollzieht. Es soll dem Zuschauer eine sinnliche Erfahrung dieses dunklen Teils deutscher Vergangenheit vermitteln.

Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr, Eintritt auf Spendenbasis; eine Kooperation von Binger Bühne und BDP Rheinland-Palz

 
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