Januar 2017

10. Oktober 2016

14.01.2017: Michael Sagmeister Trio

sagmeister-trio-2016-web„Einer der besten Gitarristen der Welt“ – urteilte einst Larry Coryell über den 1959 geborenen Saitenartisten, der bereits in den 1970er Jahren als Gitarrenwunderkind auf dem Frankfurter Jazzfestival für Furore sorgte. Seitdem ist der hochvirtuose Instrumentalist, der mit Rockjazz begann, dessen Wurzeln aber im Hardbop liegen, zu einem der facettenreichsten und zugleich konsistentesten Künstler der internationalen Jazzszene herangereift.

Anfangs noch stark an Vorbildern wie Pat Martino und Wes Montgomery orientiert, entwickelte Michael Sagmeister in der direkten Auseinandersetzung mit zahlreichen Jazzgrößen wie beispielsweise Attila Zoller, John Scofield oder Larry Coryell im Laufe der Jahre seine eigene musikalische Sprache, die ihn nun Zwischenbilanz ziehen lässt. Mit „Home“ präsentiert Michael Sagmeister elf Momentaufnahmen, von denen sieben aus eigener Feder stammen und vier auf modernen (Jazz-)Klassikern beruhen. Wobei seine Versionen von Freddie Hubbards „Little Sunflower“, Joni Michells „Both Sides Now“, Chucho Valdés’ „Mambo Influenciado“ und Luiz Bonfás „Black Orpheus“ tatsächlich selten gehörte Abstraktionsgrade besitzen. Mit Hilfe seines langjährigen Weggefährten Michael Küttner am Schlagzeug sowie Stefan Engelmann am Bass verwandelt er die Vorlagen in geheimnisvolle Expeditionen, die sowohl zahlreiche neue Aspekte zutage fördern, als auch deren Ausgangslager in weite Ferne rücken lassen. Zu finden auf einer Selbstverortung, die einen ansonsten kohärenten und traditionsbewussten Künstler widerspiegelt, der mit Stilbewusstsein und feinem Gespür für den adäquaten Einsatz sämtlicher musikalischer Parameter agiert – sowie mit der passagenweise ebenso weisen wie paradoxen Erkenntnis, das Zurücknahme letztlich doch ein Mehr an Präsenz bedeutet.

Ticketreservierung: jazz@bingerbuehne.de, Beginn 20:30 Uhr, Einlass ab 19:30 Uhr; Eintritt 14,-€, ermäßigt 12,-€, unter 27 7,- €

 


 

21.01.2017: Literarischer Salon: Lesung mit Maria Rosenstein

zukunftszuege

Maria Rosenstein liest in der Binger Bühne aus ihrem zweiten Roman „Zukunftszüge“.

 „In was für einer Zeit leben wir, alle sind auf der Flucht“, stöhnte Katharina.

Flucht und Hoffnung sind zentrale Themen dieses Buches. Deutsche Familien fliehen aus ihrer Heimat Oberschlesien, – aus Angst vor den Russen, die 1944 immer weiter nach Westen vorrücken.

Es sind vor allem Frauen und Kinder, darunter auch Katharina und ihr Sohn Martin. Sie finden im polnischen Lübau, nahe der deutschen Grenze, eine Unterkunft. Noch vor Kriegsende fliehen sie nach Chemnitz. 1953 flüchtet Katharina mit Martin von Ost- nach Westberlin. Der Lärm, das Durcheinander, der Schmutz im Aufnahmelager entsetzen sie beide.

<Sie gingen in den Hof, am Rande standen Bäume. Katharina legte die Arme um einen Stamm, Dankbarkeit durchströmte sie. „Es ist zu kalt, Martin, wir müssen wieder reingehen, – aber wir sind in Freiheit. Vergiss das nicht, mein Kind.“

Die Lesung wird musikalisch umrahmt von der „Jazzakademie Bingen“

Eintritt frei. Beginn 19 Uhr, Einlass ab 18:30 h

 

 


 

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