Konzertkritik
mrector 18. January 2011
Jazzkonzert der Gruppe „Triowabohu“ am 14.01.2011
Nomen NON est Omen – die Musik der Gruppe „Triowabohu“ entsprach so gar nicht den Erwartungen, die der Name eventuell hätte hervorrufen können. Sicherlich bleibt jedem Instrumentalisten innerhalb eines Trios viel Freiheit und „Spielraum“. Aber was die drei Musiker an diesem Abend auf die Binger Bühne zauberten war sehr koordiniert. Viele Stücke waren zudem ausgesprochen ruhig und, für die zahlreich erschienen Zuhörer, mit einem angenehmen, nicht überdrehten Sound. Dies auch sicherlich dank einer ausgewogenen Abmischung durch den Toningenieur der Binger Bühne Joachim „Aki“ Galizdörfer. Das Zusammenspiel der drei Musiker war perfekt! Die sich daraus entwickelnde Klangmelange war kompakt, abwechslungsreich und nicht zu eingängig um langweilig zu werden. Das Spiel nicht zu verkopft sondern emotional und körperbetont. Auch sehr erdig das Spiel des Bassisten Jonas Bareiter, der ein ums andere Mal mit dann sphärischen Bassoli ausbrach und glänzte. Akzentuiert und tragend die Technik von Schlagzeuger Christian Moorhenn. Variantenreich und nicht zu sehr im Vordergrund stand Gitarrist Thomas Schmittinger, der auch für die Kompositionen der Gruppe verantwortlich zeichnet. Triowaboho überzeugte mit einer gekonnten Mischung aus zeitgenössischem und experimentellem Jazz, elektrisierend und frisch, mit rockigen Anklängen von Pink Floyd bis Frank Zappa, also einer Musik, die man treffend als Fusion-Jazz bezeichnen kann. Herausragend das Stück „The Hedgehog“ mit äußerst dynamischen Wechseln von Ruhe und Drive, bei dem alle drei Musiker ihr ganzes Können darboten. Mit dem begeisternden Stück „Through the Stomach“ zogen Triowaboho das Publikum endgültig auf ihre Seite und entließ die Band nicht ohne Zugaben von der Bühne.
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